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Hostammobstbäume in Ernen und Grengiols

In Ernen und Grengiols gibt es wertvolle Bestände an Hochstammobstbäumen. Sie gehören zu den höchstgelegenen der Alpen und prägen die Landschaft. Viele Bäume tragen alte Obstsorten, die selten geworden sind. Doch die Bestände sind gefährdert.

Aufgrund der Veränderungen in der Landwirtschaft werden heute kaum noch neue Obstbäume gepflanzt. Die bestehenden Bäume vergreisen, und das Obst wird vielerorts nicht mehr geerntet, weil die traditionellen Verwertungsmethoden arbeitsintensiv sind und das nötige Wissen nicht mehr vorhanden ist. Mit dem Projekt Hochstammobstbäume möchte der Landschaftspark Binntal dieser Entwicklung entgegenwirken und altes Wissen wieder aufleben lassen, damit die Obstbäume als landschaftsprägende und identitätsstiftende Elemente erhalten werden können.

In einem Inventar wurden die Obstbäume von Ernen und Grengiols erfasst. Von vielen Bäumen wurden Früchte von der Stiftung «Pro Specie Rara» als seltene oder sehr seltene Sorten klassiert. Ziel ist, die seltenen Sorten zu erhalten und zu vermehren. Dazu hat die Baumschule des Landwirtschaftszentrums in Visp den seltenen Bäumen rund um Ernen Reiser entnommen. In einer ersten Aktion im März 2010 wurden 15 junge Apfel-, Birnen-, Zwetschgen- und Pflaumenbäume gepflanzt. Weitere Pflanzaktionen mit Schülern, Einheimischen und Gästen sollen folgen. Im Frühling 2011 soll ein Baumschnitt- und Pflegekurs durchgeführt werden. Mit der Zeit soll so ein Sortengarten entstehen, in welchem man die verschiedenen Hochstammobstbäume erleben kann.