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Mineralien-Eldorado Binntal

Das Binntal ist ein wahres Eldorado für Mineralienliebhaber. Fast 200 verschiedene Mineralien wurden gefunden. Mehr als ein Dutzend davon wurden nirgendwo sonst auf der Welt entdeckt. Einige der Mineralien tragen Namen aus der Region, wie Lengenbachit, Wallisit oder Cervandonit.

Es gibt wohl kein anderes Gebiet in den Alpen, welches so vielseitige und weltweit einzigartige Vorkommen auf engstem Raum aufweist wie das Binntal. Die verschiedenen Gesteine mit ihren unterschiedlichen chemischen Zusammensetzungen und ihren Kontaktzonen liessen auf kleinem Raum eine grosse Vielfalt an Mineralien entstehen. Die Bündnerschiefer liefern grosse Rutilkristalle, z.T. als Kniezwillinge. Aus den Gneisen stammen einige der weltbesten Anatase. Arsenhaltige Mineralien werden z.B. im Gneis der Region Wannigletscher gefunden: Cafarsit, Asbecasit und Cervandonit. Aus dem Serpentinit des Geisspfadsees stammt die begehrte Granat-Varietät Demantoid.

Die Reputation als «einmalige» Mineralfundstätte liegt allerdings in den einmaligen Funden der kleinen Mineraliengrube Lengenbach begründet: Im zuckerkörnigen Dolomit finden sich viele Sulfosalze. Diese Arsen-, Silber-, Blei- und Thalliumhaltigen Mineralien wurden intensiv wissenschaftlich untersucht. Erklärt wird die Mineralienvielfalt der Grube Lengenbach mit einer zweimaligen Metamorphose (Umwandlung) der Arsenlagerstätte.

Äusserst vielfältige Geologie

Im Parkperimeter stossen ganz unterschiedliche Deckenelemente aufeinander. Der nördlichste Bereich gehört zur autochtonen Sedimenthülle des Gotthardmassivs und wird vor allem aus Gneisen und gotthardmassivischen Bünderschiefern gebildet. Südlich davon schliessen sich, teilweise getrennt durch Trias-Züge, vorwiegend sandig-kalkige und tonig-sandige Bünderschiefer an, weiche Gesteine, welche die charakteristischen abgeflachten Bergformen wie jene des Breithorns bilden. Noch weiter südlich folgt ein Band aus Dolomit, in dessen Umfeld sich viele der Mineralienfundstellen befinden. Der südlichste Teil des Perimeters schliesslich wird hauptsächlich aus Gneisen der Monte-Leone-Decke aufgebaut.

Der hohe Druck, der durch die Überschiebung und Verfaltung der Decken herrschte und die damit einhergehenden hohen Temperaturen sind dafür verantwortlich, dass es sich bei den Gesteinen des Binntals vorwiegend um Metamorphiten handelt: Bündnerschiefer, Triasgesteine, Gneise und ultrabasische Gesteine.

Spuren der Eiszeiten

Die durch die Tektonik angelegte Grundstruktur des Binntals wurde im Quartär, also während der letzten rund zwei Millionen Jahre, durch den Wechsel von Kaltzeiten mit starker Vergletscherung und Warmzeiten mit Gletscherständen, die in etwa der heutigen Situation entsprechen, geprägt. Spuren dieser Gletschervorstösse und -rückzüge sind fast im gesamten Perimeter vorzufinden und beeinflussen aktuelle geomorphologische Prozesse nach wie vor.

Beispiele für glaziale Erosionsformen sind: U-förmige Talformen (z.B. Rappental), Karbildung an den nordexponierten Bergflanken zum Teil mit Karseen (z.B. Fleschsee nördlich Wannihorn), Rundhöcker (z.B. Mittlenberg, P. 2537 oberhalb Mittlenberghütte) usw.

Mineralienexkursionen

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