Entstehung des Landschaftsparks Binntal
Seit dem Herbst 2008 ist der Landschaftspark Binntal ein Naturpark von nationaler und kantonaler Bedeutung. Doch bis dahin war es ein weiter Weg.
Bereits im Jahre 1964 haben die Stimmbürger von Binn beschlossen, den grössten Teil ihres Tales unter Schutz zu stellen. Zur langfristigen Absicherung des Schutzgebietes schlossen sie mit Pro Natura Wallis (damals Walliser Bund für Naturschutz) und der SAC-Sektion Monte Rosa für die Dauer von 100 Jahren einen Schutzvertrag ab. Die Gemeinde Binn verpflichtete sich dabei, innerhalb des Schutzperimeters auf eine weitergehende Nutzung der Wasserkräfte, auf den Bau von Ferienhaussiedlungen und auf die Erstellung von touristischen Infrastrukturen (Seilbahnen, Pisten usw.) zu verzichten.
1977 wurde das Schutzgebiet als «BLN-Objekt Nr. 1701 Binntal» in das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) aufgenommen.
Im Jahr 2001 wählte eine Expertengruppe des Bundesamtes für Umwelt (damals BUWAL) das Binntal (neben drei anderen BLN-Regionen) für das Projekt «BLN-Land Schweiz» aus. Ziel des Projektes war es, Synergien zwischen Tourismus, Landwirtschaft, regionalem Gewerbe einerseits und dem Natur- und Landschaftsschutz andererseits zu erzielen.
Am 4. Oktober 2002 luden die vier Gemeinden Ausserbinn (gehört heute zu Ernen), Binn, Ernen und Grengiols die Bevölkerung zur Gründungsversammlung des Trägervereins «Landschaftspark Binntal» ein. Ziel des Vereins war der Aufbau eines regionalen Naturparks, welcher das gesamte Territorium der drei Gemeinden (160 km2) unfasste. Im Frühsommer 2003 genehmigten der Bund (Staatssekretariat für Wirtschaft, seco) und der Fonds Landschaft Schweiz das RegioPlus-Projekt Landschaftspark Binntal.
Am 2. September 2008 gab der Bund grünes Licht zur Errichtung eines «Regionalen Naturparks von nationaler Bedeutung» in den Gemeinden Binn, Ernen und Grengiols. Die finanzielle Beteiligung durch den Bund wird in einer Programmvereinbarung festgehalten. Darin sind auch die Leistungen des Kantons und des Parks für die gebotene Finanzhilfe des Bundes festgeschrieben. Für die Programmperiode von 2008 bis 2011 hat der Bund dem Landschaftspark Binntal 682'000 Franken zugesprochen.
Am 11. Dezember 2009 erklärte auch das Kantonsparlament «das Territorium der Gemeinden Binn, Ernen und Grengiols zum Naturpark Binntal im Sinne der kantonalen Gesetzgebung». Der Kanton Wallis beteiligt sich mit rund 40% an den Kosten des Parks.
Im Verlauf des Jahres 2008 signalisierten die drei Gemeinden Bister, Niederwald und Blitzingen ihr Interesse, dem Landschaftspark Binntal beizutreten. Im Herbst 2008 wurde die Parkerweiterung mit den drei Gemeinden in die Wege geleitet. Nach der Zustimmung der Gemeinderäte der bisherigen Parkgemeinden und der Bevölkerung der drei neuen Gemeinden hat der Landschaftspark Binntal Bister, Niederwald und Blitzingen im Februar 2010 als Mitglieder in den Park aufgenommen.
Aufgrund der Programmvereinbarung vom LP Binntal mit dem Kanton und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) können die drei neuen Gemeinden erst ab 2012 vollumfänglich an den Projekten teilnehmen (vorausgesetzt der Bund verleiht dem LP Binntal das nationale Label als Regionaler Naturpark).
Im Januar 2011 wird das Bewerbungsdossier für die Verleihung des Labels «Naturpark von nationaler Bedeutung» beim Bund eingereicht und man hofft, dass der Landschaftspark Binntal dieses Label im Laufe des Jahres 2011 erhält.






